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Weitere Husumer Persönlichkeiten

Hans Brüggemann, geb. um 1480, gest. um 1540 in Husum, Anfang des 16. Jahrhunderts in Husum nachgewiesen, bedeutendste Werke: Bordesholmer Altar (Schleswig, Dom), Sankt Jürgen aus der Husumer Marienkirche (Kopenhagen, Nationalmuseum).

Hermann Tast, geb. um 1490 in Husum, gest. 1551 ebenda, Reformator, er führte als erster die Reformation in den Herzogtümern Schleswig und Holstein ein, die in Husum bereits 1527 abgeschlossen werden konnte. Nach Hermann Tast sind die Hermann-Tast-Straße und die Hermann-Tast-Schule (HTS) in Husum benannt. Die HTS wurde bereits 1527 gegründet.

Martin (Morten) Bussert, geb. vor 1500(?) vermutlich in Husum, gest. 1553 in Kopenhagen, Bildhauer,kgl. dänischer Baumeister. Kauft 1529 Herrenhaus am Markt, das er 1543 wieder verkauft. Wird 1529 als kgl. dänischer Baumeister und Bildhauer erwähnt. Gilt als Schöpfer des Herrenhaustyps der Renaissance, schuf außerdem zahlreiche Grabdenkmäler.

Hans Ochs, geb um 1590 in Husum, gest. 2. Hälfte 17 Jh. in Stockholm, bedeutender Bildhauer, Ausbildung in Florenz, tätig am schwedischen Hof, wenige erhaltene Werke (Kopenhagen, Frederiksborg).

Matthias Ebio, geb. 1591 in Husum, gest. 1676 dort, Kantor, Komponist, erhaltenes Werk "Steh auf meine Freundin" (Brautlied für Thomas Selle), galt als produktiver Komponist von bedeutendem Können, außerdem Musiktheoretiker.

Broder Matthiesen, geb. ?, gest. 1666 in Husum, Husumer Hofmaler, außerdem Hofmaler am Berliner Hof, verantwortlich für die kurfürstliche Bildersammlung, Bauinspektor der Herzogin Marie Elisabeth, schuf Radierungen, Werke in nordeuropäischen Museen.

Caspar Danckwerth, geb. 1605 in Oldenswort, gest. 25.01.1672 in Husum, 1641 Bürgermeister von Husum, Historiograf und Topograf; gab 1652 den sog. "Danckwerth-Atlas" - Newe Landesbeschreibung der zwey Herzogthümer Schleswich und Holstein (Beschreibung der Herzogtümer Schleswig und Holstein) heraus, die das Kartenwerk Johannes Mejers enthielt, ein einmaliges Werk für die damalige Zeit.

Johannes Mejer, geb. 12.10.1606 in Husum, begr. 10.06.1674 in Husum, Kartograph und Mathematiker, verfertigte für die damalige Zeit außergewöhnlich exakte Karten, die noch heute von großer Bedeutung sind, zum königlich-dänischen Mathematikus ernannt (s. Caspar Danckwerth).

Paul Wütz, geb. 1613 in Husum, gest. 24.03.1676 in Hamburg, Generalleutnant von Schweden, Gouverneur von Stettin, dän. Generalfeldmarschall, Statthalter von Holstein, Feldmarschall der Vereinigten Niederlande, beigesetzt in Amsterdam.

Ms Petersenatthia, geb. 1614, gest. 1676 (Husum), Goldschmied und Kupferstecher, schuf div. Porträt-Kupferstiche und mit seinem Bruder Nikolaus(1622 bis 1705) 40 Karten für Mejer-Danckwerths Landesbeschreibungen, außerdem silberne Wasserkunst als Tafelaufsatz für das Schloß.

Magnus Wedderkopp, geb. 26.10.1637 in Husum, gest. 16.01.1721 in Hamburg, Staatsmann, einer der wichtigsten Politiker des Herzogtums Gottorf, Professor der Rechte in Kiel.

Laurentius Laurenti, (Lorenz Lorensen), geb. 1660 in Husum, gest. 1722 in Bremen, Kantor und Musikdirektor am Bremer Dom (ab 1684).

Nikolaus Bruhns, geb. im Advent 1665 in Schwabstedt, gest. 29.03.1667 in Husum, bedeutender Komponist kirchenmusikalischer Werke (Orgelwerke und Kantaten) Schüler Buxtehudes, Organist an St. Marien in Husum.

Bendix Friedrich Zinck, getauft 08.03.1743 in Husum, gest. 23 Juli 1801 in Ludwigslust, Komponist (Vater Stadtmusikant in Husum, einige Werke erhalten), trat 1767 in die Ludwigsluster Hofkapelle ein; Schüler C. Ph. E. Bachs; seine Symphonien und sonstige Werke gelten als "substantiell wertvolle" Arbeiten der Zeit.

Otto Conrad Zinck, Hardenack, geb. 02.07.1746 in Husum, gest. 15.02.1832 in Kopenhagen, Komponist, Bruder B. F. Zincks, ebenfalls Schüler C. Ph. E. Bachs, 1787 Singmeister am dän. Hof, eine Reihe von Kompositionen sind erhalten geblieben, werden als "Zwischenglied zwischen C. Ph. E. Bach und der Zeit um 1800" angesehen.

August-Friedrich Woldsen, geboren am 23.03.1792 in Husum, gest. am 11.12.1868 in Hamburg, errichteten die Stiftung vom 01.05.1859 "Asmussen-Woldsensches Vermächtnis für die Stadt Husum".

Anna Catharina Asmussen, geboren am 27.05.1793 in Husum, gest. am 14.11.1868 in Husum, errichteten die Stiftung vom 01.05.1859 "Asmussen-Woldsensches Vermächtnis für die Stadt Husum".

Johann Georg Forchhammer, geb. 26.07.1794 in Husum, gest. 14.12.1865 in Kopenhagen, Naturwissenschaftler (Mineraloge und Geologe), Professor, Direktor des naturwissenschaftlichen Museums in Kopenhagen, Mitbegründer der Paläanthropologie; publizierte ein Werk über die Zusammensetzung des Seewassers, das als ein Meilenstein der chemischen Ozeanographie gilt; er führte 1865 den Begriff “Salinität“ ein.

Peter Wilhelm Forchhammer (Bruder von J. G.), geb. 13.10.1801 in Husum, gest. 09.01.1894 in Kiel, Altertumsforscher, Altphilologe, Prof. in Kiel. Begründer der Antiken-Sammlung der Kunsthalle zu Kiel.

Chr. L. E. von Stemann, geb. 14.03.1802 in Husum, gest. 14.03.1876 in Kopenhagen, Jurist und Politiker, Oberster Richter der Herzogtümer, seine Bedeutung liegt in seiner rechtswissenschaftlichen Tätigkeit, Hauptwerk "Geschichte des öffentlichen und Privat-Rechts des Herzogthums Schleswig", Kopenhagen, 1866/67.

Wilhelm Hartwig Beseler, geb. 02.03..1806 Schloß Marienhausen, gest. 02.09.1884 in Bonn, Politiker, Führer der schleswig-holsteinischen Bewegung, Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, Präsident der provisorischen Regierung Schleswig-Holstein (1848), wuchs in Rödemis (heute Stadtteil Husums) auf, beerdigt in Mildstedt bei Husum (Bruder Georg Beselers).

Georg Beseler, geb. 02.11.1809 in Rödemis (heute: Stadtteil Husums), gest. 28.08.1888 in Harzburg, bedeutender Jurist, einer der Väter der Paulskirchen-Verfassung von 1848.

Theodor Storm, geb. 14.09.1817 in Husum, gest. 04.07.1888 in Hademarschen, Dichter, schuf Novellen, Lyrik, bedeutenstes Werk "Der Schimmelreiter", seine zahlreichen Werke wurden in die meisten Sprachen übersetzt, Mitglieder der Theodor-Storm-Gesellschaft finden sich in aller Welt, Storm-Museum, Wasserreihe 31, Husum.

Hans-Nicolay Sunde, geb. 1823, gest. 1864 in Husum. Ausbildung in Düsseldorf, Porträts, Stilleben (Vorbild für den Maler in Storms Novelle "Eine Malerarbeit").

Karl Heinrich Keck, geb. 1824, gest. 1895, Direktor des Husumer Gymnasiums von 1870-1887, Herausgeber der Zeitschrift "Deutsches Literaturblatt", trat auch als Dichter hervor unter dem Pseudonym "Karl Heinrich", am bekanntesten war die Idylle "Anna", sowie Sammlung deutscher Heldensagen "Iduna".

Charlotte von Krogh, geb. 04.02.1827 auf dem Schloss vor Husum, gest. 25.11.1913 in Hadersleben (Haderslev), deutsch-dänische Malerin, Ausbildung, in Düsseldorf und Karlsruhe, lebte später in Nordschleswig.

Rudolf Christoph Eucken, geb. 05.01.1846 in Aurich, gest. 15.9.1926, Studium der klassischen Altertumswissenschaften sowie der Philosophie, Höhepunkt seines Erfolgs war die Verleihung des Nobelpreises an ihn im Jahre 1908.

Richard van Hagn, geb. 21.03.1850 in Husum, gest. 13.12.1933 in Dresden, Maler, hauptsächlich Landschaften, lebte vor allem in Dresden, Jährliche Besuche in Husum (wanderte von Deutschland nach Venedig zum Studienaufenthalt), Großteil seiner Werke im Nissenhaus.

Hans von Petersen, geb. 1850 in Husum, gest. 18.06.1914 in München, Ausbildung in Düsseldorf, London, Paris, seit 1885 in München, berühmter Marinemaler des Kaiserreiches.

Adolf Brütt, geb. 10.05.1855 in Husum, gest. 1939 in Bad Berka, Thüringen, bedeutender Bildhauer der Kaiserzeit (Marktbrunnen und Storm-Denkmal in Husum, Reiterstandbild Kaiser Wilhelms I. in Kiel, Schwertträgerbrunnen, Kiel, Denkmäler in der Berliner Siegesallee u.v.a.).

Ferdinand Tönnies, geb. 26.07.1885 bei Oldenswort, gest. 11.04.1936 in Kiel, Begründer der dt. Soziologie, Hauptwerk "Gemeinschaft und Gesellschaft", 1887, wuchs in Husum auf (Kavalierhaus beim Schloß, heißt danach auch Tönnies-Haus).

Richard Petersen, geb. 14.08.1865 in Garding, gest. 1946, wuchs in Husum auf (Sohn des Lehrers Sönke P. von 1867-1901 in Husum), Ingenieur, Prof. an der Techn. Hochschule Berlin Danzig, technischer Leiter beim Bau der Wuppertaler Schwebebahn.

Margarete Böhme, geb. 08.05.1867 in Husum, gest. 23.05.1939; Schriftstellerin und Journalistin, schuf eine Vielzahl von Romanen, bekanntestes Werk "Tagebuch einer Verlorenen" (1905) war in den 1920er Jahren ein Bestseller (verfilmt 1918 und 1929; engl. Diary of a lost girl; frz. Le Journal d'une fille perdue; Regie 1929: Georg Wilhelm Pabst; mit Louise Brooks u.a.), das Buch erreichte eine Millionenauflage und wurde in zahlreiche Sprachen übersetzt; bei seinem Erscheinen löste es einen Skandal aus.

Oskar Vogt, geb. 1870 in Husum, gest. 1959 in Neustadt / Schwarzwald, Mediziner trat vor allem als Hirnforscher hervor, untersuchte Gehirn Lenins.

Franziska Gräfin zu Reventlow, geb. 18.05.1871 auf dem Schloß vor Husum, gest. 25.07.1918 in Locarno, Schriftstellerin, gehörte zu den hervorragenden Erscheinungen der Münchner Bohème um 1900, Skizzen, Romane ("Herrn Dames Aufzeichnungen", "Von Paul zu Pedro", "Der Geldkomplex", Briefe, Tagebücher).

Lothar Engelbert Schücking, geb. 30.04.1873 in Wollin (heute Wolin/PL), gest. 1943 in Sassenberg/Münsterland, Bürgermeister Husums von 1903-1908, gab während der Husumer Amtszeit das Werk heraus: "Die Redaktion in der inneren Verwaltung Preußens". Es führte zu einem öffentlichen Skandal und der Entfernung aus dem Amt.

Albert Petersen, Schriftsteller, geb. 24.08.1883 in Husum, gest. 28.06.1943 (Luftangriff), seine zahlreichen Romane spielen im niederdt. Raum ("Arnold Amsick", "Der junge Perthes", "Perthes der Mann", "Juan Heldt").

Albert Johannsen, geb. 21.03.1890 in Husum, gest. 23.01.1975 dort, Maler, Ausbildung in Dresden, Weimar und Kassel, Landschaften, Porträts, Interieurs. Großteil seiner Werke im Nissenhaus.

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